Haltung 

Unsachgemäß gehaltene Meerschweinchen verarmen schnell an sozialem Verhalten und haben eine deutlich geringere Lebenserwartung gegenüber Tieren in artgerechterer Haltung.

Da Meerschweinchen gerne und viel rennen, brauchen sie entsprechenden Platz und Auslauf. Der Standard 60x40cm Käfig aus der Zoohandlung ist ein No-Go!

Worauf es bei der Haltung von Meerschweinchen im Allgemeinen und im Besonderen ankommt und wie man sie artgerecht hält damit sie lange und glücklich leben können, erkläre ich in den nächsten Zeilen.

Meerschweinchen sind Sprinter und brauchen Auslauf. Doch wie viel ist nötig und was mögen die Meerschweinchen im Auslauf? Wo und wie kann man einen Meerschweinchen Auslauf bauen? Hier findet Ihr Hilfe zur Haltung des Meerschweinchen im Auslauf.

Meerschweinchen, die in einem handelsüblichen Käfig oder in einem recht kleinen Gehege leben, in dem sie nicht richtig rennen können, brauchen Auslauf. Wer also seine Meerschweinchen auf weniger als 2 m² pro Meerschweinchen hält (und das ist ja meistens der Fall), der muss seinen Meerschweinchen geeigneten Auslauf geben. Und das so lange wie möglich. Meiner Meinung nach sind 4 Stunden das absolute Minimum, mehr ist besser. Und selbst dann sind sie ja noch 20 Stunden im engen Käfig.

Ob die Meerschweinchen in der ganzen Wohnung laufen dürfen, nur in einem Zimmer oder eine große abgetrennte Ecke in einem Zimmer haben, ist dabei nicht so wichtig. Pro Meerschweinchen sollte bei recht beengter Käfighaltung mindestens 2 m² im Auslauf zur Verfügung stehen. Leben sie auf mehr Platz, kann der Auslauf auch etwas kleiner sein.

Der Meerschweinchen Auslauf

Der beste Untergrund zum Laufen im Innenbereich ist Teppich, da sie auf diesem nicht ausrutschen und er nicht so kalt ist wie Laminat oder PVC. Dieser verschmutzt jedoch schnell, vor allem bei nicht stubenreinen Meerschweinchen. Möglich ist auch das Auslegen mit Flickenteppichen oder Decken. Was dann bei einem selbst am praktischsten ist, muss man selber entscheiden. Im Auslauf der Meerschweinchen sollten mehrere Versteckmöglichkeiten wie Häuschen, Weidenbrücken, Pappröhren stehen, damit sich die Schweinchen zurückziehen können. Und es muss natürlich genug Platz bleiben, um zu rennen, zu springen und zu popcornen.Meine Meerschweinchen können 24 Stunden am Tag in einem abgegrenzten Auslauf (4 x 4 m) laufen. Dort lege ich auch immer wieder Äste zum Verstecken und Beknabbern hin. Außerdem steht der Futternapf draußen. Um in den Eigenbau zu kommen, stehen Häuschen davor, so dass sie hinein springen können. Frischfutter gibt es in einem Käfigunterteil aus Plastik.

Meerschweinchen Außenhaltung

Die Außenhaltung von Meerschweinchen ist ganzjährig möglich. Der Lebensraum der Meerschweinchen in einem Außengehege geboten wird, ist natürlicher. Die Anforderungen für Meerschweinchen im Außenbereich sind jedoch höher als bei Innenhaltung, vor allem im Winter. Die Schweinen außen zu halten macht also nicht weniger, sondern mehr Arbeit als die Haltung von Meerschweinchen im Haus.

Für Außenhaltung von Meerschweinchen sollte sich nur entscheiden, wer sich über die besonderen Bedingungen für ein Außengehege im Klaren ist. Die Haltung draußen im Garten ist im Allgemeinen deutlich arbeitsintensiver als die Haltung im Haus, auch gibt es besondere Vorkehrungen welche zu treffen sind, um die Meerschweinchen nicht schutzlos der Natur zu überlassen, denn: In Außenhaltung sind die Meerschweinchen nicht alleine und ein interessantes Ziel für andere Haustiere, auch die des Nachbarn. Zudem werden Meerschweinchen immer wieder Opfer diverser wildlebender Tiere unserer heimischen Gärten, was ein besonders abgesichertes Außengehege nötig macht.

Außenhaltung von Meerschweinchen

Auch in der Außenhaltung ist es möglich, nur zwei Meerschweinchen zu halten. Natürlich bietet sich aufgrund meist höheren Platzangebots die Haltung deutlich größerer Meerschweinchen-Gruppen an. In der kälteren Jahreszeit haben Meerschweinchen ohnehin gerne mehr Artgenossen, um sich gegenseitig wärmen zu können. Bevor man sich für derartige ganzjährige Haltung von Meerschweinchen im Außengehege entscheidet, sollte man sich einige Fragen stellen bzw. sie positiv beantworten können. Außenhaltung bedeutet nicht, einfach einen handelsüblichen Käfig nach draußen oder in ein Stück des Gartens zu stellen und hin und wieder Futter bereit zu stellen!

Checkliste für Meerschweinchen Außenhaltung

  • Habe ich Zeit, um mich um die Meerschweinchen zu kümmern?
    Die Tiere müssen täglich auf Verhaltensänderungen, Fressgewohnheiten usw. beobachtet werden. Die Reinigung des Geheges (z.B. von heruntergefallenem Obst, Unkraut etc.) sowie das Beobachten nimmt täglich ca. 2 Stunden Zeit in Anspruch.
  • Bin ich bereit, mich für die Meerschweinchen schmutzig zu machen?
    Auch wenn diese Frage auf den ersten Blick albern klingen mag, aber manche Menschen mögen es nicht, wenn sie Erde, Heu und Dreck an der Kleidung und an den Händen haben.Vor allem bei schlechtem Wetter ist das Ausmisten und Einstreuen harte Arbeit, die nicht immer Spaß macht.
  • Bin ich ausdauernd und wetterfest?
    Auch bei schlechtem Wetter (Regen, Schnee) müssen die Meerschweinchen gefüttert, beobachtet und der Stall ausgemistet werden.
    Gefüttert werden muss mindestens drei mal täglich, wobei jedes mal eine längere Phase der Beobachtung folgen sollte, um eventuelle Verhaltensänderungen festzustellen.
  • Habe ich bereits Erfahrung mit Meerschweinchen?
    Ein Anfänger in der Haltung von Meerschweinchen sollte lieber erst einmal einige Jahre Erfahrungen mit Meerschweinchen sammeln, bevor er sich für die Außenhaltung entscheidet. In dieser Zeit kann er sich intensiv mit dem Verhalten der Schweinchen auseinander setzen und ihr Verhalten beobachten.
  • Bin ich bereit, hohe Kosten in Kauf zu nehmen?
    Ganzjährige Außenhaltung von Meerschweinchen ist um einiges teurer als Innenhaltung. Das Gehege ist teuer. Einstreu, Stroh, Heu und Futter wird in größeren
    Mengen gebraucht als in der Innenhaltung.

Wenn alle diese Fragen mit Ja beantwortet werden können, steht einer ganzjährigen Haltung von Meerschweinchen außen nichts im Wege.

Das Außengehege für Meerschweinchen

 

Standort für Außenhaltung

Der Standort des Geheges für die Meerschweinchen sollte mit Sichtkontakt zum Haus gewählt werden. Schnell heißt es sonst »Aus den Augen, aus dem Sinn«. Zudem sollte das Gehege niemals der prallen Sonne ausgesetzt sein, da es bei den Meerschweinchen sonst leicht zu Hitzschlägen kommen kann. Ein schattiger Standort, z.B. unter einem Baum oder in der Nähe des Hauses an der Nordseite ist ideal.

Größe des Außengeheges

Hält man Meerschweinchen außen, kann man ihnen häufig auch mehr Platz zur Verfügung stellen. Dass ist sogar nötig, da sie durch intensives Laufen ihren Körper vor allem vor Kälte schützen. Das Laufen hält ihren Organismus warm. 2m² sollte jedes Meerschweinchen zur Verfügung haben, damit sie auch im Winter genug Platz und ausreichend Möglichkeiten haben sich zu bewegen und ihre Körpertemperatur zu halten.

Gestaltung des Außengeheges

Ein Gehege muss anregend und abwechslungsreich gestaltet sein, um die Meerschweinchen dazu zu animieren, nach draußen zu kommen und alles zu erkunden. Zur Einrichtung eines Geheges gehören ein wetterfestes Haus (siehe Punkt “Haus”), Schattenplätze und Sammelplätze sowie genügend Beschäftigungsmaterial. Als Sammelplatz für die Meerschweinchen hat sich eine überdachte Futterstelle mit Holzboden bewährt. Der Boden muss täglich neu mit Heu eingestreut werden. Im Winter kann hier gut die Fütterung von Frischfutter stattfinden. Auch das Wasser hat hier einen geschützten Platz. Die Sammelstelle muss so groß sein, dass alle Meerschweinchen hier Unterschlupf finden können.

Einrichtung des Außengeheges

  • Unterschlupf
    Alle Unterschlüpfe müssen groß genug sein, damit mehrere Meerschweinchen darin Platz finden. Außerdem müssen sie an mindestens zwei Seiten großflächig offen sein, damit bei Streit kein Meerschweinchen in einer Hütte in die Enge getrieben werden kann.Die Höhe des Unterschlupfes sollte ca. 30 cm betragen und der Boden muss mit Heu ausgelegt sein.Äste werden gerne als Unterstand genutzt. Dafür die Äste so auf Hütten, Röhren, Steine usw. legen, dass die Meerschweinchen darunter herlaufen und liegen können, zum Fressen aber trotzdem noch an die Zweige können. Diese Zweige müssen häufig ausgetauscht werden. Ebenso wie Zweige werden auch Büsche gerne als Ruheplätze und Schattenspender genutzt.
  • Wiese / Gras
    Die Wiese bzw. das Gras im Meerschweinchen Gehege sollte nicht zu hoch gewachsen sein, da sich manche Meerschweinchen sonst nicht mehr hindurch trauen. Die Wiese muss regelmäßig auf giftige Pflanzen und Disteln etc. abgesucht und davon befreit werden. Es versteht sich von selbst dass die Wiese bzw. das Gras nicht mit chemischen Düngern behandelt wird und auch nicht mit Unkrautvernichter behandelt werden darf.
  • Haus
    Das H
    aus ist einer der wichtigsten Einrichtungsgegenstände im Außengehege für Meerschweinchen. Es ist in der Regel der Schlafplatz der Meerschweinchen. Zudem suchen sie hier Schutz vor Witterung und bei Gefahr. Das Haus im Gehege muss wetterfest und trocken sein, und es muss verhindert werden, dass es im Inneren feucht werden kann. Der Eingang muss ebenerdig sein, damit die Meerschweinchen bei Panik schnell hinein flüchten können ohne akrobatische Übungen machen zu müssen. Eine Rampe für den Eingang zum Haus ist auch deshalb nicht geeinigt, da vor allem ältere und kranke Tiere die Rampe nicht so schnell erklimmen können. Die Größe des Hauses ist der Anzahl der Meerschweinchen anzupassen. Die Höhe sollte nicht mehr als 30 cm betragen, da die Meerschweinchen im Winter das Haus sonst nicht mit ihrer Körperwärme erwärmen können. Von Vorteil sind drei Kammern im Haus. Eine Futterkammer sowie zwei Schlafkammern, damit die Meerschweinchen bei Streit einander ausweichen können. Zur Belüftung des Hauses müssen mehrere Löcher vorhanden sein, die so geschützt werden müssen, dass kein Regen eindringen kann. Außerdem darf die Türe nie fest verschlossen sein. Damit es nicht zieht, kann man Leder oder Stoff vor vor die Türe hängen. Dieser muss so geschützt sein, dass auch er nicht nass wird.

    Ein Hohldach für das Haus verhindert im Sommer einen Hitzestau. Ausgemistet werden muss alle 3 bis 4 Tage, damit es keinesfalls feucht wird. Das muss täglich überprüft werden. Vor allem im Winter muss immer genügend Heu und Stroh vorhanden sein, um das Haus auszupolstern.

Einbruchsicherheit

In der freien Natur sind Meerschweinchen nicht alleine. Eine Vielzahl wilder Tiere bewohnt den heimischen Garten ebenfalls, und sie sind häufig gerade nachts unterwegs, wenn die Halter ohnehin keinen Blick auf die Meerschweinchen haben. Das Gehege muss deshalb stabil gegen Feinde gesichert sein, so dass keine Katzen, Marder o.ä. in das Gehege einbrechen können. Dafür ist ein engmaschiges Gitter erforderlich. Sofern die Außenhaltung nicht in einem Gartenhaus, einer Laube o.ä. betrieben wird, muss zudem ein stabiles, nicht untertunnelbares Fundament vorhanden sein. Das Gehege muss fest verankert sein. Am besten verankert man das Gehege im Boden, so dass es auch nicht hoch gehoben werden kann. Außerdem muss zum Schutz vor Vögeln und weiteren Tieren das Gehege auch von oben geschützt sein; es darf niemals offen sein! Katzen können Meerschweinchen durch einen Genickbruch töten. Ist das Gitter nicht engmaschig genug, können Katzen die Meerschweinchen zudem mit ihren Pfoten verletzten.

  • Hunde können sich innerhalb von ca. 10 Minuten unter einem Zaun hindurch graben.
  • Füchse können ungesicherte, nicht im Boden fest verankerte Gehege, problemlos hochheben.
  • Marder können sich sehr dünn machen, weshalb engmaschige Gitter unbedingt notwendig sind.
    Überall, wo ein Hühnerei hindurchpasst, passt auch ein Marder durch (Größe der Gittermaschen maximal 40 mm)!

Meerschweinchen Haltung im Winter

Für die Außenhaltung im Winter gibt es einige Besonderheiten auf die geachtet werden muss.

  • Das Haus der Meerschweinchen darf nie feucht werden. Feuchtigkeit führt zu Erkältungen und anderen Atemwegserkrankungen.
  • Mindestens 4m² des Auslaufs sowie alle Unterstände müssen trocken und mit viel Heu eingestreut sein.
  • Damit die Meerschweinchen sich genügend bewegen, um ihre Körpertemperatur aufrecht zu erhalten, muss das Gehege attraktiv eingerichtet sein. Wenn sie nur in ihrem Haus sitzen, besteht die Gefahr, dass sie erfrieren.
  • Das Wasser muss drei bis vier Mal am Tag gewechselt werden und sollte lauwarm eingefüllt werden, damit es nicht sofort gefriert.
  • Das Futter der Meerschweinchen muss an die Temperaturen angepasst werden. Im Winter kann es auch ruhig einmal etwas mehr kalorienreiches Futter sein.

Die Umsetzung ins Außengehege muss immer im Frühjahr erfolgen, damit die Meerschweinchen sich langsam an die Temperaturen der unterschiedlichen Jahreszeiten gewöhnen können. Für die Umsetzung darf es nachts nicht mehr frieren. Ideal ist eine Umsetzung bei einer Außentemperatur von ca. 15°C. Eine Umsetzung der Meerschweinchen im Winter vom Außengehege in die warme Wohnung muss ebenso vermieden werden.

                                  Harmonische Meerschweinchengruppe

Meerschweinchen Vergesellschaftung

Integration von Meerschweinchen in die Gruppe

Grundsätzlich kann man sagen, dass folgende Meerschweinchen Kombinationen in einer Gruppe möglich sind:

  • Weibchen – Weibchen
  • Bock – Bock (auch unkastriert)
  • reine Weibchengruppen (diese aber oft mit vielen Zickereien)
  • reine Böckchengruppen
  • gemischte Gruppe mit einem Kastrat und mehreren Weibchen
  • gemischte Gruppen mit mehreren Kastraten, wobei in dieser Gruppenform pro Bock mindestens drei Weibchen vorhanden sein müssen, besser sind mehr. Minimale Anzahl in dieser Gruppe sind also acht Tiere (2 Kastraten, 6 Weibchen). Es gibt jedoch auch Böckchen, die keinen anderen Bock neben sich dulden

 Meerschweinchen Bockgruppen
Entgegen dem hartnäckigen Gerücht, dass sich Meerschweinchen Böcke untereinander nicht vergesellschaften lassen, gibt es aber sehr wohl sehr viele Böckchengruppen die sich sehr gut verstehen und gut miteinander auskommen. Nur die Vergesellschaftung kann etwas länger dauern und etwas mehr Nerven kosten. In reinen Böckchengruppen gibt es in der Regel viel weniger Streit als in reinen Weibchengruppen. Also traut Euch – holt Euch die Kerle! 

Fehler bei der Vergesellschaftung vermeiden

Jetzt habt Ihr Euch ein oder mehrere neue Meerschweinchen zu den bereits bei Euch im Haushalt lebenden gekauft. Dann mal schnell mit ihnen in den Käfig zu den anderen, damit sie nicht alleine sind. STOP!
Oft höre ich von Leuten, dass sich ihre alten Meerschweinchen nicht mit den neuen vertragen. Sie beißen sich gegenseitig, jagen sich weg und streiten. Sie sind Eindringlinge in dem Revier der alten Meerschweinchen. Deshalb werden sie zuerst einmal auch als solche behandelt. Einen Vorteil haben junge Meerschweinchen, da sie auch in Meerschweinchengruppen einen Babybonus haben. In den meisten Fällen ist dies auf eine falsche oder gar nicht stattgefundene Vergesellschaftung zurückzuführen. Das heißt, dass sich die meisten Streitereien zwischen neuen und alten Meerschweinchen vermeiden lassen, wenn man sie richtig vergesellschaftet. Hierfür gibt es einige wichtige Regeln, die beachtet werden sollten, damit das Zusammentreffen der Meerschweinchen für alle Beteiligten ein schönes Erlebnis wird.

So klappt es mit der Meerschweinchen Gruppe

Mit ein paar einfachen Regeln die dem Wesen der Meerschweinchen entsprechen, klappt die Vergesellschaftung von Meerschweinchen bestimmt!

  • Meerschweinchen nicht einfach ins Gehege setzen!
    Neue Meerschweinchen dürfen nicht einfach so in das Revier (Käfig, Eigenbau, Auslauf) der “alten” Meerschweinchen gesetzt werden. Streit ist dann so gut wie vorprogrammiert.
  • Meerschweinchen aneinander gewöhnen
    Manche stellen die Käfige der Meerschweinchen nebeneinander, damit sie sich schon einmal aneinander gewöhnen können. Ich mache das nicht, weil sie sich dann zwar sehen und riechen aber nicht zueinandern können. Meiner Meinung nach bringt das nichts. Ich setze sie immer alle gemeinsam in einen Auslauf.
  • Meerschweinchen auf neutralem Boden und mit viel Platz vergesellschaften
    Eine Vergesellschaftung muss auf neutralem Boden stattfinden, damit niemand sein Revier verteidigen muss und die neuen Mitbewohner keine Nachteile haben. Das kann der Flur sein, ein abgetrennter Teil der Küche oder eine provisorisches Gehege. Die Hauptsache ist: auch die “alten” Meerschweinchen kennen das Gehege nicht.Wichtig ist auch, dass sie viel Platz haben (minimal 1 m² pro Tier, besser 2 m² pro Tier). Alle Meerschweinchen werden gleichzeitig ins Gehege gesetzt.
  • Meerschweinchen brauchen Verstecke und Platz
    Es müssen viele Unterschlüpfe, Versteckmöglichkeiten und natürlich Platz da sein, damit sich die Meerschweinchen erst mal aus dem Weg gehen und sich dann langsam annähern können. Von Vorteil sind anfangs auch mehrere Fressnäpfe und Heustellen, damit die Neuen, auch wenn sie zunächst weggejagt werden, trotzdem die Möglichkeit haben, etwas fressen zu können.
  • Meerschweinchen brauchen Beschäftigung
    Damit sich die Meerschweinchen auch mit etwas anderem als mit dem neuen Artgenossen beschäftigen können, sollte man reichlich Futter in den Auslauf legen. Heu in Klopapierrollen und Socken, Gemüse auf Spießen und andere Leckereien auf Häuschen lenken erstmal ab.
  • In Rangordnungskämpfe der Meerschweinchen nicht eingreifen!
    Das fällt sehr schwer, das weiß ich selber. Aber je öfter man eingreift, desto länger dauern die Rangordnungsstreitigkeiten. Die Meerschweinchen haben dann keine Möglichkeit, die Rangordnung auszumachen und müssen immer wieder anfangen. Es gehört dazu, dass sie sich gegenseitig jagen, sich mal wegbeißen, sich anklappern und imponieren wollen. Auch durch Berammeln machen Meerschweinchen die Rangordnung aus. Bitte lasst Eure Schweinchen die Rangordnung klären, da erst dann Ruhe in die Gruppe einkehren kann. Einzige Ausnahme dieser Regel: Wenn sich die M
    eerschweinchen blutig oder so fest ineinander verbeißen, dass sie gar nicht mehr loslassen, muss man dazwischen gehen. Dafür am besten ein Stück Pappe zwischen die streitenden Schweine halten, damit sie sich nicht mehr sehen. Denn wenn man die Streitschweine ohne diesen Sichtschutz auseinander nehmen will, hat man schnell man eins der Meerschweinchen am Finger hängen, weil er zugebissen hat. Dann eines der Schweinchen weg nehmen. Eine erneute Vergesellschaftung sollte trotzdem versucht werden.
  • Durchhalten!
    Ebenso dürfen die Meerschweinchen nicht immer wieder zusammen und auseinander gesetzt werden. Auch dann können sie die Rangordnung nicht ausmachen. Das ständige Zusammen- und Auseinandersetzen bedeutet großen Stress für die Tiere. Die Vergesellshaftung wird dadurch nur unnötig in die Länge gezogen.

    Da heißt es: Augen zu und durch.
  • Meerschweinchen umsetzen ins Gehege
    Wenn sich die Meerschweinchen dann auf neutralem Gebiet gut vertragen, kann man sie ins alte Gehege setzen. Generell kann man sagen, dass es dazu ca. 24 (bis 48) Stunden braucht. Dafür das komplette Gehege säubern (evtl. mit Essig), neu einstreuen und die Einrichtungsgegenstände umstellen. So ist es geruchsneutral und für alle wieder neu.

Wenn Ihr diese Hinweise beachtet stehen die Chancen sehr gut, dass die Vergesellschaftung Eurer Meerschweinchen funktioniert.

Gemeinsam statt einsam

Meerschweinchen sind Rudeltiere

Meerschweinchen verkümmern in Einzelhaltung in ihrem Sozialverhalten und vereinsamen in einzelner Haltung völlig. Der Mensch kann ihnen keinen Artgenossen ersetzen. Auch wenn man sich 3 Stunden täglich mit seinem Meerschweinchen beschäftigt: Was ist mit den übrigen 21 Stunden des Tages? Deshalb für die korrekte Meerschweinchen Haltung: immer mehrere Meerschweinchen zusammen halten, niemals Einzelhaltung!

Gegen Einzelhaltung von Meerschweinchen

Ein allein gehaltenes Meerschweinchen hängt sich oft viel mehr an den Menschen. Aber dieses zunächst für den Menschen wünschenswerte Verhalten macht das Tier aus einer großen Not heraus. Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Auch viele Meerschweinchen, die in einem großen Gehege leben und nicht täglich heraus genommen und gestreichelt werden, werden entgegen zahlreicher anderer Meinungen zahm! Die minimale Anzahl ist also zwei, obwohl ich immer zu mindestens dreien, besser noch vieren rate.

Meerschweinchen Einzelhaltung nach Tod

Ein Problem, wenn nur noch zwei Meerschweinchen zusammen leben ergibt sich, wenn eines stirbt. Das andere bleibt alleine zurück. Bei der Haltung von mindestens drei Tieren bleibt immer noch ein Partner. So kann man den hinterbliebenen zweien in aller Ruhe einen passenden Partner suchen. Grundsätzlich ist jedoch zu sagen, dass eine gerade Anzahl an Tieren günstiger sind als ungerade, es sei denn man hat mehr als sechs Meerschweinchen. Dann ist es egal, ob eine gerade oder eine ungerade Anzahl Tiere in der Gruppe leben. In so einer Gruppe kann man dann auch beobachten, wie Meerschweinchen spielerisch um ihr Futterkämpfen, sich besteigen, Quieken, Gurren, hintereinander herlaufen usw.

Einzelhaltung aus Unwissenheit

Viele Privatpersonen, aber auch Zoohandlungen und leider auch “Züchter” raten aus Unwissenheit immer noch zu einem Kaninchen als Partner für ein Meerschweinchen. Ein Kaninchen kann einem Meerschweinchen jedoch keinen Partner ersetzen!

Zwar können sie zusammen leben, eine Verständigung ist jedoch nicht möglich, da Meerschweinchen sich durch eine Lautsprache und Kaninchen durch eine Körpersprache verständigen, zudem sind Meerschweinchen körperlich immer unterlegen! Hält man ein Meerschweinchen und ein Kaninchen zusammen, sind beide Tiere gemeinsam einsam und man hält de facto dann beide Tiere in Einzelhaltung.

Genau wie mit dem Menschen gehen die Meerschweinchen mit Kaninchen eine Zweckgemeinschaft ein, wenn sie keinen artgerechten Partner, und das kann nur ein Meerschweinchen sein, haben. Weitere Informationen dazu gibt es in einem separaten Artikel: Meerschweinchen und Kaninchen

Leihschwein gegen Einzelhaltung nach Tod

In vielen Interessensgemeinschaften über Meerschweinchen, auch im Meerschweinchen Forum des Ratgebers, besteht die Möglichkeit eins Leihschweins. Dieses ist sozusagen Springer und leistet dem letztverbliebenen Schwein Gesellschaft. Es ist sinnvoll und wichtig sich bereits zu Beginn der Haltung Gedanken darüber zu machen, was mit dem letzten Tier einer Meerschweinchen Gruppe passieren soll. Einzelhaltung ist hierbei natürlich keine Alternative!

 Deswegen gebt Euren Meerschweinchen artgerechte Partner. Lasst sie mit anderen Meerschweinchen zusammen leben!